Blutung nach dem "Wechsel"
(Postmenopausenblutung, postmenopausale Blutung)
Was bedeutet das und was sollte man tun?
Wie häufig ist das?
Blutungen nach den Wechseljahren sind häufig: das Lebenszeitrisiko beträgt > 10%, also mindestens jede 10. Frau erlebt dies mindestens einmal im Leben.

Ist das immer Krebs?
Nein. In den meisten Fällen steckt kein Krebs dahinter. Häufige harmlose Ursachen sind:
- Abbruchsblutung durch Hormonmangel (Scheidentrockenheit, dünne Schleimhaut)
- Polypen in der Gebärmutter
- andere gutartige Veränderungen
Trotzdem wichtig zu wissen:
Bei etwa 1 von 10 Frauen mit Blutung nach den Wechseljahren wird Gebärmutterschleimhautkrebs festgestellt. Etwa 70 bis 90% der Patientinnen mit Gebärmutterschleimhautkrebs haben ungewöhnliche vaginale Blutungen. Weitere mögliche Beschwerden sind: vergrößerte Gebärmutter, Schmerzen im Becken oder Bauchraum, Blutarmut (Anämie).


Welche Untersuchungen sind sinnvoll?
1. Vaginaler Ultraschall
Dabei wird die Gebärmutter mit einer Ultraschallsonde durch die Scheide untersucht.
Wichtig ist die Dicke der Gebärmutterschleimhaut:
- 4mm oder dünner: Krebs ist sehr unwahrscheinlich.
- Über 4mm: weitere Abklärung empfohlen.
- Aktuelle Empfehlungen empfehlen eine Abklärung unabhängig von der Dicke der Gebärmutterschleimhaut

2. Gewebeprobe (Biopsie)
Es wird etwas Schleimhaut aus der Gebärmutter entnommen und untersucht. Das ist besonders sinnvoll bei:
- Schleimhaut deutlich dicker als 4 mm
- unklarer Ultraschalluntersuchung
- Vorhandensein von Risikofaktoren
- wiederholten Blutungen trotz dünner Schleimhaut

3. Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie), Curettage
Dabei wird mit einer kleinen Kamera in die Gebärmutter geschaut. Das ist besonders wichtig bei:
- wiederkehrenden Blutungen
- auffälligen Ultraschallbefunden
- unauffälliger erster Gewebeprobe
Dies machen wir üblicherweise ohne Narkose (=Lokalanästhesie) oder auf Wunsch oder bei Bedarf in einer kurzen Narkose.

Wer hat ein höheres Risiko für Gebärmutterkrebs?
Starkes Übergewicht
Der wichtigste Risikofaktor.
- Body Mass Index (BMI) über 30: deutlich erhöhtes Risiko
- BMI über 40: sehr stark erhöhtes Risiko
Alter
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko.
Hormonbehandlung ohne Gelbkörperhormon
Wenn Östrogen allein genommen wird und die Gebärmutter noch vorhanden ist.
Tamoxifen
Ein Medikament nach Brustkrebsbehandlung, kann das Risiko erhöhen.
Weitere Risikofaktoren
Diabetes, polyzystische Eierstöcke (PCOS), Kinderlosigkeit, frühe erste Regelblutung, späte Menopause, familiäre Belastung (z. B. Lynch-Syndrom)
Welche Blutungen sind besonders auffällig?
Mehr Aufmerksamkeit brauchen:
- wiederholte Blutungen
- starke Blutungen
- längere Blutungsdauer
- Blutung trotz Hormonersatztherapie, besonders nach dem ersten Jahr
Blutungen unter Hormonersatztherapie (HRT)
Gerade im ersten Jahr können Schmierblutungen vorkommen.
Aber: Neue oder ungeplante Blutungen nach dem ersten Jahr sollten abgeklärt werden.
Was passiert bei auffälligen Vorstufen?
Es gibt Schleimhautveränderungen, die Vorstufen von Krebs sein können.
Dann kommen infrage:
- Entfernung der Gebärmutter
- Hormonbehandlung mit Gestagen
- engmaschige Kontrollen
Zusammengefasst: Was tun bei Blutung nach den Wechseljahren?
Jede Blutung nach den Wechseljahren sollte ärztlich abgeklärt werden.
Oft ist die Ursache harmlos – aber weil manchmal Krebs dahinterstecken kann, sollte man nicht abwarten
Einfacher Ablauf
- Blutung bemerken
- Termin bei Frauenärztin/Frauenarzt
- Ultraschall
- Falls nötig Gewebeprobe oder Gebärmutterspiegelung/Biopsie/Curettage
- Behandlung je nach Ursache
Wichtigster Merksatz
Nach den Wechseljahren ist jede Blutung ungewöhnlich – bitte abklären lassen.






