Gebärmutterschleimhautkrebs (Endometriumkarzinom)

Was ist Gebärmutterschleimhautkrebs?

Gebärmutterschleimhautkrebs (=Endometriumkarzinom) ist eine bösartige Erkrankung der Schleimhaut im Inneren der Gebärmutter (Endometrium). Diese Schleimhaut kleidet die Gebärmutter aus. Gebärmutterschleimhautkrebs macht etwa 95 % aller Krebserkrankungen der Gebärmutter aus und gehört zu den häufigsten Krebsarten bei Frauen. Etwa 1 von 32 Frauen entwickelt im Laufe ihres Lebens ein Endometriumkarzinom. 80 % der Fälle werden bei Frauen nach den Wechseljahren diagnostiziert, das durchschnittliche Alter bei Diagnosestellung liegt bei 60 Jahren. Allerdings steigen die Erkrankungsraten sowohl bei älteren als auch bei jüngeren Frauen. Etwa 70 bis 90 % der Patientinnen mit Gebärmutterschleimhautkrebs haben ungewöhnliche vaginale Blutungen. Weitere mögliche Beschwerden sind: vergrößerte Gebärmutter, Schmerzen im Becken oder Bauchraum, Blutarmut (Anämie).

Welche Beschwerden können auftreten?

Mögliche Anzeichen sind:

Wichtig: Blutungen nach den Wechseljahren sollten immer ärztlich abgeklärt werden.

Wer hat ein erhöhtes Risiko?

Folgende Faktoren können das Risiko erhöhen:

Im Gegensatz dazu sind kombinierte orale Verhütungsmittel („Pille“) sowie Progesterontherapien, einschließlich hormonfreisetzender Spiralen, mit einem geringeren Risiko für Gebärmutterschleimhautkrebs verbunden.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose wird durch eine Gewebeprobe der Gebärmutterschleimhaut gestellt (Endometriumbiopsie), meist ambulant in der Ambulanz/Ordination. Alternativ kann ein kurzer operativer Eingriff im Operationssaal erfolgen (Ausschabung / Curettage), um Gewebe aus dem Inneren der Gebärmutter zu entnehmen.

Selten wird die Erkrankung durch einen auffälligen Pap-Abstrich entdeckt oder zufällig festgestellt, wenn die Gebärmutter aus einem anderen Grund entfernt wurde.

Das entnommene Gewebe wird anschließend unter dem Mikroskop untersucht.

Zusätzlich können Ultraschall, Blutuntersuchungen oder weitere bildgebende Untersuchungen notwendig sein.

Wie wird behandelt?

Die Behandlung besteht häufig in einer Operation, meist heute schonend mit minimal-invasiven Methoden (Schlüssellochchirurgie, Laparoskopie, daVinci Operation, etc.).

Dabei werden je nach Situation entfernt:
die Gebärmutter und Gebärmutterhals, die Eierstöcke, Lymphknoten im Beckenbereich

Bei ausgewählten jüngeren Patientinnen können die Eierstöcke erhalten bleiben, um Vorteile für Herz und Knochengesundheit zu bewahren.

Wenn ein höheres Risiko besteht oder sich die Erkrankung ausgebreitet hat, können zusätzlich notwendig sein:
Strahlentherapie, Chemotherapie, Immuntherapie, Hormontherapie

Was Sie wissen sollten

Gebärmutterschleimhautkrebs ist oft gut behandelbar, besonders wenn er früh erkannt wird. Ungewöhnliche Blutungen sollten deshalb immer ärztlich untersucht werden.

Wie sind die Heilungschancen?

Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt: 90 %, wenn der Krebs auf die Gebärmutter begrenzt ist, 72 %, wenn Beckenlymphknoten betroffen sind, 22 %, wenn bereits Fernmetastasen vorliegen.

Therapie im Zentrum

Eine große Anzahl an wissenschaftlichen Studien beweist, dass die interdisziplinäre Behandlung (Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie, Immuntherapie) an spezialisierten Abteilungen zu besseren Ergebnissen für Betroffene führt. Von der European Society of Gynaecological Oncology (Europäische Gesellschaft für Gynäkologische Onkologie) gefordert werden u.a. Mindestfallzahlen, speziell ausgebildete Operateur:innen, Qualitätssicherung, Interdisziplinarität, etc.

Nachsorge

Nach Abschluss der Behandlung erfolgen regelmäßige Untersuchungen bei Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt.