Sehr geehrte Damen und Herren!
Die Petrol-Ribbon-Aktion – Initiative gegen Unterleibskrebs besteht nun seit fast 15 Jahren. Am Beginn an haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, das Wissen über erblichen Brust- und Eierstockkrebs in der Bevölkerung zu verbreiten und das Bewusstsein für diese wichtigen Themen zu stärken.
Die öffentliche Bekanntmachung des erblichen Brust- und Eierstockkrebs-Syndroms durch Angelina Jolie hat wesentlich dazu beigetragen, die Aufmerksamkeit für diese Erkrankungen zu erhöhen.
In den darauffolgenden Jahren standen zahlreiche Aktionen zur Förderung der HPV-Impfung im Mittelpunkt unserer Arbeit. Mittlerweile wurde dieses Thema von vielen Meinungsbildnern sowie staatlichen Stellen aufgegriffen, sodass wir hier unser Ziel weitgehend erreicht sehen.
Nun möchten wir unseren Fokus auf ein neues, besonders wichtiges Thema richten: Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom), den häufigsten bösartigen Tumor im Bereich der Gynäkologie. Rund 90 % aller Fälle machen sich bereits in einem frühen Stadium durch eine Blutung nach dem Wechsel bemerkbar.
Gerade auf dieses frühe Warnzeichen möchten wir aufmerksam machen. Eine sogenannte postmenopausale Blutung wird häufig unterschätzt oder verharmlost. Gleichzeitig erleben viele Frauen, dass ihnen bei Veränderungen im Ultraschall unnötig Angst gemacht wird. Unser Ziel ist daher eine sachliche, fundierte und beruhigende Aufklärung.
Als neue Schwerpunktsetzung der Petrol-Ribbon Aktion möchten wir Frauen über mögliche Anzeichen und moderne Diagnosemöglichkeiten bei Gebärmutterkörperkrebs informieren. Dazu gehören zeitgemäße Abklärungsalgorithmen wie Schleimhautbiopsien, Eingriffe in Lokalanästhesie sowie moderne operative Verfahren.
Eine große Anzahl an wissenschaftlichen Studien beweist, dass die interdisziplinäre Behandlung (Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie, Immuntherapie) an spezialisierten Abteilungen zu besseren Ergebnissen für Betroffene führt. Die European Society of Gynaecological Oncology (=Europäische Gesellschaft für Gynäkologische Onkologie: ESGO) definiert klare Qualitätsstandards, die spezialisierte Behandlungseinrichtungen erfüllen sollten; u.a. Mindestfallzahlen, speziell ausgebildete Operateur:innen, Qualitätssicherung, Interdisziplinarität, etc.
In Linz wurde das erste Zentrum für nach ESGO zertifizierte Endometriumkarzinom-Chirurgie in Österreich geschaffen. Andere zertifizierte Zentren sind unter anderem:
- Charité Medical University Berlin, Deutschland;
- European Institute of Oncology, Mailand, Italien;
- Policlinico Universitario Fondazione Agostino Gemelli, Rom, Italien;
- General University Hospital of Valencia, Valencia, Spanien;
- Semmelweis University, Budapest, Ungarn;
- University Hospital Bern, Bern, Schweiz;
Frauen, die eine Blutung nach dem Wechsel bemerken, möchten wir eine rasche Fast-Track-Abklärung ermöglichen. So kann schnell Gewissheit geschaffen werden – entweder, dass keine ernsthafte Erkrankung vorliegt, oder dass eine gezielte weitere Behandlung notwendig ist.
Wichtig ist uns besonders zu betonen: Bei einer Blutung nach dem Wechsel ist es deutlich wahrscheinlicher, dass kein bösartiger Befund vorliegt, als dass eine Krebserkrankung dahintersteckt.
Und selbst wenn sich ein Gebärmutterkörperkrebs bestätigen sollte, ist diese Erkrankung heute in den allermeisten Fällen sehr gut behandelbar und führt meist zu keiner Einschränkung der Lebenserwartung.
Wenn Sie Fragen haben oder Beschwerden bemerken, melden Sie sich bitte – wir sind für Sie da.
Lukas Hefler
im Namen der Organisatoren der Petrol Ribbon Aktion – Initiative gegen Unterleibskrebs


